Deutschland im Jahr 2021/2022

Liebe Patientinnen, liebe Patienten !

Die Coronakrise hält uns weiter in Atem. Die Intensivstationen haben sich zum Herbst 2021 wieder mit vor allem Ungeimpften gefüllt. Nachdem im Frühjahr mit den beginnenden Impfungen manche Unklarheiten zunächst bestanden ist nach nunmehr 2 Mrd (!) Biontech Impfungen (ähnliches gilt auch für Moderna) viel mehr über mögliche Nebenwirkungen und auch die Wirkung dieser neuen Impftechnik bekannt.
Zum einen: Sie ist sicher! Aber sie imitiert so weit den Reiz des lebenden Virus, dass das Immunsystem auch tatsächlich ähnlich darauf reagiert. Das ist zwar sehr erwünscht, aber die hohe Variabilität des Immunsystems läßt auch bei manchen Patienten eine überschießende Reaktion auflösen. Man stand vor einem Dilemma: Für ca 80% der Menschen wirkt der Impfstoff ausreichend und sicher verträglich. Für 10% zu schwach. Diese hätten einen stärkere Dosis gebraucht. Für die letzten 10% wirkt der Impfstoff aber wahrscheinlich zu stark. Das sind die mit starken Immunreaktionen, die für die Immunisierung gar nicht nötig gewesen wäre. Für diese wäre wahrscheinlich die Hälfte der Dosis genauso gut. Aber leider weiß man das vorher nicht, sondern erst n a c h der Impfung.

Die Flüchtlingskrise flackert immer wieder auf. Die sich zeigenden Klimaveränderungen lösen Krisen aus und treiben Menschen immer mehr in die Flucht. Das überschäumenden Hilfsbedürfnis gegenüber anderen Menschen  ist der Angst gewichen. Angst teilen zu müssen, Angst ausgenutzt zu werden. Es gibt Probleme natürlich aber auch viele (oft wenig wahrgenommene) Erfolge. Integration ist jetzt das Zauberwort.
Für Menschen aus anderen Kulturräumen und auch für den aufnehmenden deutschen Kulturraum sicherlich nicht einfach.

Mit der Angst werden wir leider auch manipuliert. Schwierige Einzelschicksale werden dazu benutzt ganze Gruppen zu denunzieren. Und Angst macht leichtgläubig. Auch im Internet wird gelogen dass sich die Balken biegen und oft genug von denjenigen, die gerade die anderen der Lüge bezichtigen!
Nicht jedem wird das schmecken, aber die Überalterung unserer Gesellschaft in Verbindung mit unserem Wirtschaftssystem zwingt uns den Tatsachen in die Augen zu sehen: Deutschland ist ein Einwandererland.
Das bedeutet dann auch dass Integration gelingen muss. Und natürlich ist das zu schaffen. Wir müssen einerseits tolerant und weltoffen bleiben, andererseits dürfen wir selbstverständlich von jedem Einwanderer ein Mindestmaß an Anpassung erwarten. Dies ist damit auch unser aller Aufgabe und kann nicht nur an den Staat delegiert werden. Seien wir offen denen gegenüber, die bei uns ankommen wollen und stark gegenüber denen, die bei uns nicht ankommen wollen.

Aber geben wir den Marktschreiern keinen Raum. Vereinfachung ist Gift für unsere Gesellschaft.

Mittlerweile ist das Internet das Dorado der Meinungssteuerung. Wichtige Browser hüllen Sie in eine Blase aus einseitiger Information. Und es wird Ihnen – damit sie auch dort weiter suchen – immer das Schlimmste zuerst gezeigt. Ein tolles Beispiel ist Arztforen im Internet: Sie führen immer öfter zu teils panikartigen Arztvorstellungen, die manchmal nur noch lächerlich werden. Sie generieren vor allem eines: Angst!
Seien Sie kritisch, glauben sie nicht gleich alles und akzeptieren sie – schweren Herzens – dass unsere Welt nicht schwarz oder weiß ist. Sie hat alle möglichen Schattierungen und damit müssen wir alle klarkommen.

Aktuell kann niemand das Coronageschehen vorhersagen. Dass verschiedene Länder unterschiedliche Wege gehen (auch erproben!) heißt nicht automatisch, dass es bei uns am schlechtesten läuft.

Die Privatisierung unseres Gesundheitssystems ist weit fortgeschritten.
Wir alle haben zugelassen, dass aus Krankheit und Leid Profit gemacht wird. Kranke haben keine Lobby. Wollten wir das ? Das sehen wir derzeit auch am gravierenden Personalmangel an den Kliniken. Wir sollten uns alle endlich fragen, warum all diese Leute aus den Kliniken wegwollen. Betten haben wir mittlerweile genug in den Kliniken leerstehen….
Und wir können darauf warten, dass uns ein cleverer Kapitalist vorrechnet dass es auch mit weniger Betten noch billiger geht.

Zur Zeit werden wir akzeptieren müssen, dass in Deutschland Arbeitskosten und Gesundheitskosten gekoppelt sind. Das bedeutet bei steigenden Gesundheitskosten auch steigende Kosten der Arbeit. Eine Diskussion darüber, ob man das irgendwie entkoppeln könnte, findet in Deutschland nicht statt.

Zeitgleich beginnt auch der Arztmangel in Ulm Wirkung zu zeigen. Mitterweile finden auch im Ulmer Raum Hausärzte keine Nachfolger mehr. Ein Mangel an Fachkräften tut sich schon länger auf. Schon seit einiger Zeit steigen die Gehälter der Arzthelferinnen deutlich an. Dies auch wirklich verdient..

Die Gehälter werden weiter steigen müssen, damit die Praxen nicht wegen Fachkräftemangel schließen müssen. Trotzdem müssen die Praxen auch diese Mehrkosten finanzieren.
Das verteuert die Ware Arzt kontinuierlich, denn er ist der einzige der den finanziellen Wert in der Praxis erwirtschaftet.

Weiter verdichten sich die Arbeitsprozesse erbarmungslos. Die Ärzte in den Kliniken müssen aktuell wahrscheinlich 2-3x mehr Patienten „verarbeiten“ also noch vor 20 Jahren.
Und die Kollegen vor 20 Jahren hatten wahrlich schon keinen gemütlichen Job. Diese Arbeitsverdichtung drückt von den Kliniken immer mehr in die Praxen. Auch hier steigt die Unzufriedenheit, wenn uns die Kassen vorrechnen was angeblich in 5 Minuten im Patientengespräch zu erledigen ist. Damit sind auch die Patienten nicht zufrieden. Deren Ärger ist oft genug berechtigt, nur sind Ärzte oder Kliniken die falsche Adresse ihres Ärgers. Es ist ein politisch gewünschter Vorgang. Den übrigens alle Gesunden stillschweigend akzeptieren. weil das sonst Geld kosten würde

Und es gilt auch hier: Wer nur meckert über die Zustände, aber sonst sich nicht einmischt hat sich im Grunde damit einverstanden erklärt.

Auch unsere Gesundheitssystem gehört uns.
Lassen wir uns nicht frustrieren, sondern kämpfen wir dafür, wie die immensen Gelder verwendet werden und nicht verschwendet werden und lassen Sie uns die entstehenden Gesundheitskonzerne mit Argusaugen beobachten. Diese sind unter dem Deckmäntelchen guter Versorgung zunächst einmal eher Blender, denn es geht den Konzernen tatsächlich zuerst um die Rendite.
Und das in einem Markt in dem die Ware die Gesundheit der Menschen ist.
Das sollte uns alle wirklich beunruhigen.
Aber müssen wir das akzeptieren ?
Mischen wir uns endlich wieder ein !

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